Politik

Im Rahmen der Entwicklung der App wurden viele Gespräche mit den unterschiedlichsten Stellen in und außerhalb der DHBW geführt. Im Folgenden wird retroperspektivisch versucht die zeitliche Reihenfolge darzustellen.

4. Quartal 2014

Im vierten Quartal 2014 begann mein duales Studium. Während der ersten Tage bei meinem Arbeitgeber hatten wir eine Reihe von Einführungsveranstaltungen. Bei einer dieser Veranstaltungen wurden wir von Florian Schwab angesprochen. Dieser hatte mit seinem Kommilitonen Patrick Lammers während ihres Studiums die damalige Vorlesungsplan-App entwickelt. Die beiden waren damals auf der Suche nach Studenten, die Interesse daran haben, die App fortzuentwickeln.

Ich fand es damals interessant, sich mit der Entwicklung von Android-Apps auseinanderzusetzen, da es mich fasziniert zu verstehen, wie technische Geräte und deren Software funktionieren. Ich begann also mit dem Lernen von Java und den Android APIs, während ich gleichzeitig versuchte, den vorhandenen Quellcode zu verstehen.

1. Quartal 2015

In diesem Quartal überschlugen sich die Ereignisse ein bisschen. Ich war noch mit dem Verständnis des bisherigen Quellcodes beschäftigt, als der Zugriff auf die Kalenderdateien überraschenderweise nicht mehr möglich war. Daraus folgte, dass in der App keine Aktualisierungen mehr verfügbar waren.

Die beiden bisherigen Entwickler reagierten schnell und zogen die Veröffentlichung Ihrer App im PlayStore zurück und aktualisierten die Beschreibung der App mit einer Warnmeldung.

Nach einigem Suchen waren wir, Marco Fuso und ich, in der Lage die zuständigen Personen in der DHBW zu erreichen. So konnten wir in Erfahrung bringen, dass das Rechenzentrum der DHBW in der Firewall, zwischen dem internen DHBW-Netz und dem Internet, den Server mit den Kalenderdateien ausgenommen hatten, sodass kein Zugriff mehr möglich war. Dies war nach deren Aussage geschehen, um den Server vor Angriffen aus dem Internet zu schützen. Eine andere Wahl sahen die zuständigen Personen nicht, da es keine Updates mehr für das System gibt.

Für die Server war jedoch nicht nur das Rechenzentrum zuständig. Die Inhalte auf dem Server fielen unter die Verantwortung der Web-Administration der DHBW. In einem Gespräch mit der zuständigen Person wurde die Problematik ein bisschen klarer. So hatte die DHBW eine Zeit lang versucht, die Entwickler der App zu erreichen, um diese vorzuwarnen, waren jedoch in diesem Bestreben nicht erfolgreich. Zusätzlich wünschte sich die Web-Administration ein klares Bekenntnis der DHBW-Leitung zur Bereitstellung der Kalender-Dateien. Dies wurde darin begründet, dass die Bereitstellung gewissen Aufwände mit sich bringe und diese Zeit den zuständigen Personen zugestanden werden muss.

Daher bemühten wir uns um ein Gespräch mit der Leitungsebene der DHBW. Wir traten mit dem Konzept an, dass die Hoheit der App und der Betrieb der App im Namen der Studierendenvertretung erfolgen soll, sodass seitens der DHBW immer ein Ansprechpartner existiert. Gleichzeitig würde dies ermöglichen, dass Studenten auch beim Wechsel der Entwickler oder einer Neuentwicklung der App automatisiert die neue Version erhalten könnten.

Schließlich fand das Gespräch statt. Die DHBW fand den Ansatz vielversprechend und versprach die Dateien wieder zugänglich zu machen.

Gegen Ende des Quartals fanden auch die ersten Commits in das noch heute genutzte Git-Repository statt.

2. Quartal 2015

In diesem Quartal wurde eine Menge Entwicklungszeit in die App gesteckt. Da die Kalender-Dateien jedoch noch nicht wieder über das Internet verfügbar waren, hatten wir in der DHBW einen RaspberryPi installiert, der die Kalender-Dateien in eine Dropbox synchronisiert hat. Dadurch war es möglich auch außerhalb der DHBW bestimmte Komponenten zu entwickeln.

Bereits in dieser frühen Phase der Entwicklung fanden sich etliche Kommilitonen, die die Entwicklungsversionen testeten. Durch meine damals mangelnde Erfahrung erforderte dies jedoch, dass ab und zu die App neuinstalliert werden musste, oder aber auch tagelang abstürzte, bis der Fehler gefunden war. Hier einen großen Dank für die vielfältige Hilfe.

3. Quartal 2015

Mein Ziel war es, pünktlich zum 1. Semester des 2015er Jahrgangs die App zu veröffentlichen, sodass die neuen Erstsemester die direkt die App nutzen können. Um Einstiegsschwierigkeiten entgegenzuwirken, fand die zur Veröffentlichung über den PlayStore am 12. August 2015 statt. Es gab sehr schnell einiges an Feedback und Ideen zur Weiterentwicklung der App. Bereits 3 Tage später gab es daher eine erneute Veröffentlichung, die eine Suche der App hinzufügte. In diesem Quartal erfolgten nach der Erstveröffentlichung so weitere 16 Versionen.

Das Nachrichten-System und die Möglichkeit Einstellungen der App über die API zu ändern entstand von der Idee bis zur Umsetzung in diesem Quartal. Dies war dadurch notwendig, dass die DHBW die Domains austauschen wollte, über die die Pläne zugänglich waren. Es war jedoch nicht klar, ob die alten Domains und URLs weiter funktionieren und wann genau die Umstellung erfolgt. Heute ist bekannt, dass die alten Domains nach wie vor funktionieren.

4. Quartal 2015

Die Funktion des Swipe-to-Refresh wurde erst in diesem Quartal eingeführt. Hintergrund für die Verzögerung war, dass ich mir unsicher war, wie die rechtliche Lage dieser Funktion zu bewerten ist. So liegt für diese Funktion ein Patent bei Twitter. Jedoch erlaubt Twitter die Nutzung dieser Funktion für alle und hat versprochen, das Patent nur als Verteidigung einzusetzen, wenn man Twitter zuerst verklagt Quelle. Da dies nicht durch die StuV geplant war, haben wir uns entschieden, die Funktion einzusetzen.

Gleichzeitig fanden die ersten Vorbereitungen für das Anzeigen des Mensaplans und einer Neuigkeiten-Seite statt. Der Mensaplan selber war aber nicht direkt zugänglich, da das Studierendenwerk eine Einbettung in die App verboten hatte. Um die Funktionalität dennoch zu testen, konnte über eine versteckte Option der Mensaplan betrachtet werden.

1. Quartal 2016

Endlich wurde der Aufruf des Mensaplans durch die App möglich. Um das Verbot zu umgehen, wurde der Plan nicht direkt angezeigt. Stattdessen wurde auf einer extra Seite eine Reihe von Links auf die Seite des Studierendenwerks präsentiert. Und einer dieser Links öffnete mithilfe des Google Drive PDF-Viewers den Mensaplan. Später erfolgte hier die Anpassung, dass der Mensaplan, wenn möglich, über die internen Android-Bibliotheken geöffnet werden kann.

3. Quartal 2016

Erst in diesem Quartal wurde die Anzeige der Neuigkeiten für alle Studierenden aktiviert. Dies lag vor allem daran, dass eine Zeit lang keine Informationen auf der Website erfolgten und es so bis dahin keine Informationen gab, die angezeigt worden wären.

Mit dem Relaunch der Website bemühte sich die StuV jedoch wieder verstärkt Inhalte auch auf der Website zu präsentieren.

4. Quartal 2016

Dies war das letzte Quartal in dem noch wirklich Entwicklungsarbeit erfolgte. Gleichzeitig gingen wir in diesem Quartal über Einträge auf verschiedenen Portalen der StuV auf die Suche nach einem Nachfolger für die App-Entwicklung. Die erfolgte vor dem Hintergrund meines baldigen Studienendes, damit eine ordentliche Übergabe im ersten Halbjahr 2017 erfolgen könne. Es gab dabei auch einige Personen, die sich auf die Gesuche meldeten. Leider sagten die meisten der Interessenten wieder ab, sodass kein Nachfolger gefunden werden konnte.

1. Quartal 2017

In diesem Quartal wurde die BlueScreen Funktion der App eingebaut. Über einen API Befehl wurde es möglich, die App komplett zu deaktivieren und über einen weiteren Befehl wieder zu aktivieren. Der Hintergrund für diese Funktion war und ist, dass die DHBW über kurz oder lang auf ein anderes Raumplanungstool umsteigen wird. Dieses wird mit hoher Wahrscheinlichkeit die Vorlesungen nicht in derselben Form präsentieren, wie es derzeit der Fall ist. Um zu verhindern, dass in einem solchen Fall die Studierenden fehlerhafte Daten angezeigt bekommen, kann die App deaktiviert werden.

3.Quartal

Da ich bis zum 3. Quartal nicht das Gefühl hatte, dass entweder ein Nachfolger für die Betreuung der App oder aber ein entsprechendes Problembewusstsein in der StuV vorhanden ist, beschloss ich am 15. September die BSOD Funktion zu nutzen. Beabsichtigt war, die Funktion am Freitag zu aktivieren und am Samstagabend wieder zu deaktivieren. Dadurch hätten alle die, die Deaktivierung erhalten haben, am Montag die App wieder im vollen Umfang nutzen können. Dies publizierte ich entsprechend auf der Website der StuV Link zum Artikel.

Da sich bereits am Wochenende einige besorgte Studierenden meldeten, die die Entwicklung fortführen wollten, sehe ich meine Rolle an der Entwicklung für vollendet an. Ich besitze auch keinen Zugang mehr zu den Accounts der StuV. Eine Kopie des Repository befindet sich in meinem privaten GitLab Account.