Ich kenne einige Update-Verfahren. Im Alltag nutze ich Ubuntu-Server, Windows 10, iPadOS und Android als Plattformen. Natürlich haben auch die Anwendungen auf diesen Systemen ihre eigenen Update-Verfahren. Ubuntu mit seinen APT-Repositories, auf Windows 10 bringen die meisten Anwendungen ihre eigenen Updater mit, iPadOS mit dem AppStore, sowie Android mit dem PlayStore und F-Droid. Die meisten davon bringen mehr oder weniger regelmäßig größere Updates / Releases und zwischendrin kleinere Fixes raus.

Ich sehe und lese in Internet immer wieder Einträge, bei denen sich Wesen über Windows-Updates amüsieren. Sei es, weil der Zeitpunkt unpassend ist, weil der Fortschritt mathematisch komisch ist, eine kuriose Fehlermeldung aufgetaucht ist oder einfach weil es Windows ist.

Ich möchte hier keine Diskussion zwischen Betriebssystemen anfangen. Jedes Wesen muss schauen, welches für es das richtige ist. In jeder hinreichend komplexer Software können und werden Fehler sein. Und schnelle Fehlerbehebungen sind meiner Ansicht nach wichtig für alle anwendenen Wesen.

Die spannende Frage ist also: Wie und wann patchen wir die Software?

Wenn ich mir überlege, wie die nicht-technisch interessierten Wesen mit den Gadgets umgehen, dann ist die Notwendigkeit der Updates selten bekannt. Aktiv Updates starten, käme den meisten nicht in den Sinn. Auch Benachrichtigungen änderen daran nicht viel. Wir brauchen an sich einen automatisierten Updateweg.

Mobile Geräte wie Tablets / Smartphones sind meistens durchgehend angeschaltet. Nachts liegen die Geräte oft mit einem Ladekabel verbunden und dem WLAN verbunden rum. Perfekte Zeit um Updates herunterzuladen und ggf. sogar automatisch neustarten können. Die Anwendungen auf diesen Plattformen sind dafür gebaut ungeplant beendet zu werden, daher droht dort auch kein Datenverlust.

Stationäre Geräte, sowie Notebooks sind entweder dauerhaft im Betrieb (z.B. Geldautomaten, Ticketautomaten, Info-Displays) oder nur temporär in Benutzung (z.B. im Büro oder zu Hause). Bei dauerhaft genutzen Systemen Updates mit teilweise notwendigen Neustarts zu machen, ohne dass das System nicht verfügbar ist, ist nur mit erheblichen Aufwand möglich. Tempörar benutze Geräte müssen entweder den Anwenderkreis überzeugen aktiv das Update zu starten oder das Update im Hintergrund laufen lassen. Automatisiert wäre nur die Aktualisierung im Hintergrund.

Die Updates werden also jetzt im Hintergrund installiert. Doch wann starten wir das System neu? Wie lange warten wir darauf, dass die anwendende Person, soweit es die denn gibt, den Neustart selber initiiert? Wenn die Neustarts nur durch die anwendende Person geschehen darf, kann es sein, dass das System über Monate / Jahre hinweg nicht aktualisiert wird. Also nicht zeitnah die Sicherheitsupdates eingespielt werden.

Ich kann da die Entscheidung von Microsoft verstehen, den Neustart zu erzwingen. Ja, das mag nicht immer zeitlich passend sein. Aber mir ist das immer noch deutlich lieber, als tausende nicht aktualisierte Systeme, die mit dem Internet verbunden sind.