Jasmin Schreiber (Twitter) hat vor einiger Zeit als Projekt eine Webseite mit dem Titel „Sterben üben“ betrieben und dort über verschiedene Themen in dem Kontext geschrieben. U.a. hat Sie dort eine Liste von 40 Fragen gestellt. Ab und an, werde ich hier eine beantworten.

Hm, Angst vor dem Tod.

Für mich wartet nach dem Tod nichts auf mich. Keine Hölle, kein Himmel. Einfach nichts. Ich glaube nicht, dass meine Seele auf eine Reise geht, oder dass ich wiedergeboren werden. Ich glaube, ich höre einfach auf zu existieren. Also Angst vor dem, was nach dem Tod kommen soll? Eher nicht.

Der Tod ist ein Ende. Es ist vorbei. Endgültig aus. Ich mag kontrollierte Enden. Je nachdem wie der Tod kommt, kann er kontrolliert kommen, vorhersehbar, in Teilen planbar oder aber unvorhersehbar, plötzlich, unkontrolliert. Ich mag keine offenen Enden. Egal wie er kommt, ich werde offene Enden hinterlassen. Online-Accounts die gelöscht werden müssen. Freundschaften die keinen schönen Abschluss gefunden haben. Ich kann Dinge dokumentieren, Infos hinterlassen, damit andere die Enden schließen. Aber Ordnung werde ich wohl nicht hinterlassen. Aber daran kann ich wohl nichts ändern. Und ich muss mich darum ja auch nicht kümmern.

Vielleicht erfahren Wesen nach meinem Tod Dinge über mich, die ich denen nicht erzählen wollte. Mir wäre es wichtig, dass keine Missverständnisse dadurch entstehen, aber beeinflussen kann ich daran auch wenig. Aber das macht mir schon ein bisschen Sorgen.

Also mein Tod macht mir eher wenig Angst.

Bei Freund*innen sieht das anders aus. Also wie die über den eigenen Tod denken, weiß ich nicht. Aber Angst, diese für mich wichtigen Wesen zu verlieren, habe ich schon. Wobei... das ist unabhängig davon, wieso ich die Verbindung, das Wesen verliere. Also hängt das wohl nicht am Tod an sich.

Was mir ein bisschen Angst macht, ist, wie ich auf den Tod eines für mich wichtigen Wesens reagiere. Wie ich damit umgehe. Zum Glück / Leider habe ich das so bisher nicht erfahren, sodass ich das einfach nicht weiß. Ich habe Angst davor, dass es mich aus der Bahn wirft und dass ich damit nicht klar komme. Aber streng genommen, ist das ja auch keine Angst vor dem Tod an sich...