Immer wieder begegnet mir diese Aussage. Und jedes mal stolpere ich über die Aussage. Alternativ sehe ich auch regelmäßig Memes, mit leeren Akku-Icons und dem Hinweis, dass ich das bei meinem Handy ja auch nicht zu lassen würde. Manchmal schicken mir Freund*innen das, wenn ich eh gestresst bin oder es mir nicht gut geht, und ich bekomme ein schlechtes Gefühl, weil ich ja anscheinend nicht auf mich achte und dann setzt mich die Aussage zusätzlich unter Druck.

Die Aussage ist für mich zu unspezifisch, als dass die mir wirklich helfen kann. Es gibt eben auch andere Prioritäten im Leben. Andererseits sehe ich auch das Problem, dass außer mir meistens kein Wesen weiß, was genau mir in welcher Situation hilft. (Und ich selbst das manchmal auch nicht weiß...)

Es ist wichtig, dass ich auf mich achte. Es ist wichtig, dass ich darauf achte Energie zu haben. Je nach aktueller Lage helfen mir dabei unterschiedliche Dinge unterschiedlich gut. Und manchmal sind Dinge, die mir eigentlich gut tun, dann zu zeitaufwändig, oder ich habe nicht die dafür benötigte Ruhe und Energie. Und manchmal lassen äußere Umstände die Tätigkeiten einfach nicht zu. Umstände, die ich auch nicht immer beeinflussen kann. Und ja, manchmal bedeutet das für mich: Zähne zusammen beißen, ein bisschen auf mich aufpassen und wenn die Situation es wieder zulässt, nach und nach meine Akkus aufladen und Tätigkeiten nachholen.

Also ja, SelfCare ist eine Priorität. Aber eben auch nicht die einzige in meinem Leben. Manchmal sind andere Prioritäten notwendiger / wichtiger. Und manche Tätigkeiten, die für mich SelfCare sind, sind auch einfach nur eine Option. Auch wenn diese Optionen, wenn ich sie nicht wahrnehme, an meinem Gefühl für mich oder meiner Eigenwahrnehmung Schaden anrichten.

(Falls du es mir mal geschickt haben solltest: Ich weiß, dass es lieb gemeint ist. Und ich kann die Sorge um mich und den Versuch der Hilfe ehrlich wertschätzen!)