„Privilege is when you think something is not a problem because it’s not a problem to you personally.” - David Gaider

Mein Leben ist voller Privilegien. Ich hatte nie finanzielle Sorgen. Hatte nie ernsthafte Krankheiten, ich bin weiß, habe einen Führerschein und bin in Deutschland geboren und aufgewachsen. Ich habe einen sichereren Job und ausreichendes Einkommen.

Was mir jedoch nie als Privileg in den Sinn gekommen ist, ist meine Technik-Affinität. Mein Umfeld ist zu einem großem Teil Wesen im IT-Bereich oder von Kindesbeinen an mit Technik aufgewachsen. Die meisten haben ein grundlegendes Verständnis und können damit umgehen. Ich habe immer mitbekommen, dass es für die „älteren“ Generationen schwierig ist, dass die das erst erlernen müssen. Aber ich habe das so nie als Privileg verstanden. Es war für mich etwas, dass ich im Studium erlernt habe, während andere sich andere Themen rausgesucht haben.

Anfang des Jahres habe ich dann in Alte weiße Männer von Sophie Passmann gelesen:

„Die Tatsache, als junger Mensch in die bereits digitalisierte Welt hineingeboren worden zu sein, sie sich also nicht nachträglich anlernen zu müssen, ist ein Privileg, ein Vorteil qua Geburt, für den ich nichts leisten musste.“

E-Mail, Telefonie in jeder Funkinsel und das Internet war fast immer Bestandteil meines Lebens. Im Nachhinein bin ich unheimlich froh, dass meine Lehrer in der Schule mir beigebracht haben, wie ich die Vertrauenswürdigkeit von Internet-Quellen bewerten kann und wie viel mir das auch in meinem Leben geholfen hat.

Das mag vielleicht naiv klingen, aber dieses Zitat hat mir da wirklich ein bisschen die Augen geöffnet. Und das scheint ja noch eher eines meiner offensichtlicheren Privilegien zu sein.